Die österreichischen Gesundheitsbehörden arbeiten unter Hochdruck an der lückenlosen Aufklärung einer Infektionskette nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff.
Das Gesundheitsministerium unter der Leitung von Bundesminister Johannes Rauch gab nun wichtige Details zum aktuellen Ermittlungsstand bekannt. Von den drei im Land vermuteten Kontaktpersonen konnte mittlerweile eine zweite Person erfolgreich ausfindig gemacht werden.
Zweite Kontaktperson in Österreich lokalisiert
Die neu identifizierte Person, deren Identität aus Datenschutzgründen von den Behörden unter Verschluss gehalten wird, zeigt erfre虑icherweise keinerlei Symptome. Nach Angaben der Agentur Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) verhält sich der Betroffene absolut kooperativ. Er wurde von den Amtsärzten umfassend über die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen aufgeklärt und befindet sich nun in freiwilliger Beobachtung.
Spur führt über Flug von Johannesburg nach Amsterdam
Der Ursprung des Alarms liegt auf einer Atlantik-Kreuzfahrt, bei der das Virus nachgewiesen wurde. Die Spur nach Österreich führt über einen Linienflug von Johannesburg nach Amsterdam. Eine dort infizierte Person hatte das Virus in die Kabine getragen. Franz Allerberger, ein renommierter Experte für Infektionskrankheiten, beruhigt jedoch die Bevölkerung: Das Risiko einer Ansteckung für die österreichischen Fluggäste wird als äußerst gering eingestuft. Die zweite Kontaktperson saß, ebenso wie die bereits zuvor gefundene erste Person, nicht im unmittelbaren Umfeld des Erkrankten. Ein enger oder lang andauernder Kontakt kann damit ausgeschlossen werden.
Behörden jagen die dritte Kontaktperson
Die größte Herausforderung für die Behörden stellt aktuell die dritte gesuchte Person dar. Da dieser Passagier, genau wie die zweite Kontaktperson, über keinen festen Wohnsitz in Österreich verfügt, gestaltet sich die Nachverfolgung für die Exekutive und die Gesundheitsämter extrem schwierig. Es ist bis dato völlig unklar, ob sich die gesuchte Person überhaupt noch auf österreichischem Staatsgebiet aufhält oder bereits in ein Nachbarland weitergereist ist. Die internationalen Meldesysteme wurden vorsorglich aktiviert.
Verschärfte Meldepflicht und Verhaltensregeln
In Österreich gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keinen einzigen bestätigten Hantavirus-Fall. Um jedoch für den Ernstfall einer potenziellen Mensch-zu-Mensch-Übertragung gewappnet zu sein, hat das Ministerium die rechtlichen Zügel angezogen. Seit exakt einer Woche gilt im Land eine erweiterte Meldepflicht, die nun auch schon begründete Verdachtsfälle erfasst. Für die betroffenen Niedrigrisiko-Personen gilt ab sofort ein striktes Protokoll: Sie müssen sechs Wochen lang ihren Gesundheitszustand überwachen, Menschenansammlungen sowie Spitäler meiden und in Innenräumen eine FFP2-Maske tragen.
Österreichs Behörden demonstrieren in diesem Fall schnelle Reaktionszeiten und ein funktionierendes Frühwarnsystem. Auch wenn die Suche nach der dritten Person aufgrund des fehlenden Wohnsitzes einer Jagd im Nebel gleicht, besteht für die österreichische Bevölkerung kein Grund zur Sorge. Das Übertragungsrisiko im Flugzeug war minimal, und die engmaschige Überwachung der identifizierten Personen verhindert eine unkontrollierte Ausbreitung im Keim.
Quelle „heute.at“
Österreich blickt hin, damit Sie sicher leben.
