Die Krise in der Automobilbranche hat Oberösterreich weiterhin fest im Griff. Mit der Castec Metallguss GmbH schlittert der nächste Zulieferer in die Pleite. Am Landesgericht Ried im Innkreis wurde am vergangenen Freitag das Konkursverfahren über das Traditionsunternehmen aus Mattighofen eröffnet.
Traditionsbetrieb vor dem Aus
Die Nachricht kam für viele überraschend, fügt sich jedoch in ein bitteres Gesamtbild der Branche ein. Laut Informationen des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV1870) steht der Betrieb nun vor einer ungewissen Zukunft. Das genaue Ausmaß des finanziellen Schadens ist derzeit noch Gegenstand der Erhebungen. Bislang liegen noch keine konkreten Zahlen darüber vor, wie hoch die Passiva tatsächlich ausfallen und wie viele Gläubiger von dieser Insolvenz schmerzhaft getroffen werden.
Arbeitsplätze in der Region wackeln
Hinter den nackten Wirtschaftsdaten stehen wie so oft menschliche Schicksale. Aktuell bangen sechs Dienstnehmer in Mattighofen um ihre berufliche Existenz. Die Betroffenen wurden bereits über die aktuelle Lage informiert. Ob es für sie eine Weiterbeschäftigung im Rahmen eines Sanierungsplans geben kann oder ob die Kündigungen unausweichlich sind, wird sich in den kommenden Wochen im Zuge des Verfahrens zeigen.
Spezialist für die Autoindustrie
Die Castec Metallguss GmbH hat sich über die Jahre einen Namen als hochspezialisierte Aluminiumgießerei gemacht. Das Unternehmen fertigte vor allem Prototypen für den Maschinenbau und namhafte Akteure der KFZ-Industrie. Auch Klein- und Mittelserien aus verschiedenen Aluminiumlegierungen gehörten zum Kernschäft. Genau diese starke Abhängigkeit von der Automobilbranche wurde dem Betrieb nun offenbar zum Verhängnis, da der Sektor seit geraumer Zeit mit massiven Strukturproblemen kämpft.
Ein Blick in die Firmengeschichte
Es ist nicht das erste Mal, dass an diesem Standort um das wirtschaftliche Überleben gekämpft wird. Die Castec Metallguss GmbH entstand im Jahr 2001 aus den Trümmern der früheren Metallguss Niedermaier GmbH und der Amadeo Metallguss Manufaktur GmbH. Damals gelang nach deren Insolvenz der Neustart: Mitarbeiter wurden übernommen, Prozesse neu aufgestellt und erhebliche Summen in die Modernisierung der Anlagen investiert. Über zwei Jahrzehnte hinweg schien dieser Weg von Erfolg gekrönt zu sein.
Ursachen für den Absturz
Der entscheidende Wendepunkt kam laut den Angaben im Insolvenzantrag mit dem Jahr 2024. Seither sah sich die Gießerei mit kontinuierlichen und drastischen Umsatzrückgängen konfrontiert. Die Flaute bei den Aufträgen aus der Automobilindustrie konnte schlussendlich nicht mehr kompensiert werden, was den Gang zum Konkursrichter unausweichlich machte.
Die Pleite der Castec Metallguss GmbH in Mattighofen zeigt schonungslos, wie tief die Krise der Zulieferindustrie in den Regionen verwurzelt ist. Selbst hochspezialisierte Betriebe, die bereits erfolgreich Krisen gemeistert und in die Zukunft investiert haben, finden gegen den anhaltenden Abwärtstrend der Leitbranchen kein Rezept. Für den Wirtschaftsstandort Innviertel und die betroffenen Mitarbeiter bleibt zu hoffen, dass im Verfahren zumindest Teile des Know-hows gerettet werden können.
Quelle „heute.at“
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