Ein schwarzer Samstag in der Salzburger Bergwelt hat die Rettungskräfte an ihre Grenzen gebracht. Im hochalpinen Gelände des Pongau ereigneten sich zwei verheerende Lawinenabgänge, die insgesamt fünf Menschenleben forderten. Trotz intensiver Bemühungen der Einsatzkräfte kam für die Wintersportler jede Hilfe zu spät.
Tödliches Unglück an der Schmugglerscharte
Der erste folgenschwere Vorfall ereignete sich gegen 12.30 Uhr im Bereich der Schmugglerscharte. Eine Skitourengeherin war im freien Gelände auf rund 2.200 Metern Seehöhe unterwegs, als sich die Schneemassen lösten. Ihr Ehemann setzte sofort den Notruf ab, woraufhin die Bergrettung Bad Hofgastein sowie der Rettungshubschrauber Martin 6 alarmiert wurden. Obwohl die Frau rasch gefunden wurde, blieben Reanimationsversuche erfolglos. Die Hundestaffel und das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes standen den Angehörigen noch vor Ort zur Seite.
Tragödie am Finsterkopf fordert vier Opfer
Nur 90 Minuten nach dem ersten Alarm erreichte die Landesalarm- und Warnzentrale die nächste Hiobsbotschaft aus dem Großarltal. Am Finsterkopf erfasste eine Lawine auf etwa 2.152 Metern eine siebenköpfige Gruppe von Tourengehern. Die Wucht des Abgangs war so gewaltig, dass vier Mitglieder der Gruppe nur noch tot geborgen werden konnten. Eine weitere Person wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen, während ein Teilnehmer leichte Verletzungen erlitt und ein dritter körperlich unversehrt blieb.
Mobilisierung massiver Rettungskräfte
Bezirksleiter Gerhard Kremser koordinierte einen Einsatz von gewaltigem Ausmaß. Rund 90 Bergretterinnen und Bergretter der Ortsstellen Großarl, Bad Hofgastein, Bad Gastein, Dorfgastein und Hüttschlag waren gemeinsam mit der Alpinpolizei im Einsatz. Unterstützt wurden sie von sechs Hundeführern und insgesamt vier Rettungshubschraubern. Kremser betonte die Schwere der Situation und wies darauf hin, dass die Lawinengefahr trotz mehrfacher Warnungen unterschätzt wurde.
Weitere Abgänge ohne Personenschaden
Die Instabilität der Schneedecke zeigte sich im Tagesverlauf an weiteren Stellen im Bezirk. Am Plattenkogel in Hüttschlag sowie am Frauenkogel in Großarl wurden ebenfalls Lawinen durch Wintersportler ausgelöst. In diesen Fällen hatten die Betroffenen jedoch Glück im Unglück und konnten sich ohne Verletzungen aus der Gefahrenzone retten.
Die tragischen Ereignisse im Pongau unterstreichen die derzeit extrem angespannte Lawinensituation in den Salzburger Alpen. Trotz fachlich fundierter Warnungen der Warndienste bleibt das Risiko im freien Gelände unberechenbar. Für die Hinterbliebenen und die eingesetzten Rettungskräfte, die oft unter Lebensgefahr agieren, bleibt ein Tag tiefer Trauer und die dringende Mahnung an alle Alpinisten zur äußersten Vorsicht.
Quelle „heute.at“
Sicher am Berg statt Risiko im Schnee.
