Der heimischen Zollfahndung ist ein massiver Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen.
Im niederösterreichischen Industrieviertel, unmittelbar an der Grenze zum Burgenland, hoben Ermittler eine professionell betriebene, illegale Zigarettenfabrik aus. Der Fall offenbart das enorme Ausmaß der Schattenwirtschaft, in der gefälschte Markenware unter widrigsten Bedingungen produziert wurde.
Wochenlange Beschattung aus der Luft
Der Zugriff war kein Zufall, sondern das Ergebnis akribischer Kleinarbeit. Wochenlang observierten die Beamten das Gelände, wobei sogar Drohnen zum Einsatz kamen, um die Bewegungen auf dem Areal lückenlos zu dokumentieren. In enger Kooperation mit Sicherheitsbehörden aus Polen und der Slowakei koordinierten rund 40 Finanzbeamte schließlich die Razzia, die die kriminelle Infrastruktur vollständig zerschlug.
Vollausstattung hinter Dämmwänden
In der Fabrikhalle stießen die Fahnder auf ein hochprofessionelles Setup. Um die Anrainer nicht durch den permanenten Lärm der Produktionsanlagen zu alarmieren, war die gesamte Halle speziell schallisoliert. Hier liefen die Maschinen praktisch im Dauerbetrieb. Direkt neben den Fließbändern hausten die Arbeiter in heruntergekommenen Verschlägen. Vor Ort wurden acht Millionen fertig produzierte Zigaretten sowie tonnenweise Rohmaterialien wie Filterkarton und gefälschte Verpackungen bekannter Marken sichergestellt.
Fluchtversuch auf dem Lkw gescheitert
Die Gier der Hintermänner kannte offenbar keine Grenzen. Neben der fest installierten Anlage beschlagnahmte der Zoll eine weitere, mobile Produktionsmaschine, die bereits auf einem Lkw verladen war. Die Ermittler gehen davon aus, dass in der Fabrik insgesamt bereits 40 Millionen Zigaretten produziert wurden. Drei Verdächtige wurden bei dem Einsatz festgenommen, einer von ihnen befindet sich bereits in Untersuchungshaft.
Steuerschaden in Millionenhöhe
Die finanziellen Auswirkungen für den Staat sind beträchtlich. Allein die Tabaksteuer für die sichergestellten Glimmstängel beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro. Der Gesamtschaden für die Republik wird auf über sechs Millionen Euro geschätzt. Finanzminister Markus Marterbauer betonte nach dem Zugriff, dass im Interesse der ehrlichen Steuerzahler keine Toleranz für Abgabenbetrug bestehe. Justizministerin Anna Sporrer lobte die Schlagkraft der Behörden und bezeichnete den Einsatz als eindrucksvollen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
Gefahr für die Gesundheit
Neben dem fiskalischen Schaden warnen die Experten eindringlich vor dem Konsum der gefälschten Ware. Da die Produktion keinerlei Qualitätskontrollen unterliegt, finden sich in solchen illegalen Zigaretten oft gefährliche Fremdstoffe, die das gesundheitliche Risiko für Raucher unkalkulierbar erhöhen.
Dieser Einsatz zeigt, mit welcher Professionalität die Zigaretten-Mafia mittlerweile auch auf österreichischem Boden agiert. Dank internationaler Zusammenarbeit und modernster Technik konnte ein kriminelles Netzwerk zerschlagen werden, das nicht nur den Staat um Millionen prellte, sondern auch die Gesundheit der Konsumenten gefährdete. Die Ermittlungen zu den Hintermännern laufen auf Hochtouren.
Quelle „heute.at“
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