Ein scheinbar alltäglicher Vorfall im Wiener Stadtteil Alsergrund sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Was als kurze Taxifahrt begann, endete für eine junge Frau in einem traumatischen Erlebnis und einem handfesten Polizeieinsatz.
Streit um Kartenzahlung
Am Mittwochvormittag wollte die 32-jährige Studentin Melis eine kurze Strecke von der Porzellangasse zur Spitalgasse zurücklegen. Da sie es eilig hatte, entschied sie sich spontan für ein Taxi. Kurz vor dem Erreichen des Ziels eröffnete ihr der Taxilenker jedoch, dass eine Zahlung mit Karte bei ihm nicht möglich sei. Er schlug stattdessen vor, gemeinsam zu einem Bankomaten zu fahren, um Bargeld abzuheben.
Aggression statt Lösung
Da Melis unter erheblichem Zeitdruck stand und pünktlich an der Universität sein musste, lehnte sie den Umweg ab. Als Alternative bot sie dem Fahrer eine sofortige Online-Überweisung des fälligen Betrags an. Doch anstatt das Angebot anzunehmen, kippte die Stimmung im Fahrzeug schlagartig. Laut den Schilderungen der Studentin reagierte der Fahrer äußerst aggressiv und begann sie wüst zu beschimpfen.
Im Taxi gefangen
Die Situation spitzte sich dramatisch zu, als der Lenker plötzlich die Zentralverriegelung des Fahrzeugs betätigte. Melis war im Auto eingesperrt. Trotz mehrfacher, panischer Aufforderungen der 32-Jährigen, sie aussteigen zu lassen, weigerte sich der Mann. Selbst als die Frau den Fahrpreis bereits via Smartphone überwiesen hatte, hielt er die Türen weiterhin verriegelt. Aufmerksame Passanten bemerkten die verzweifelte Lage der Frau und versuchten von außen einzugreifen. Letztlich blieb der Studentin nur noch der Notruf.
Anzeige wegen Freiheitsentziehung
Die herbeigerufene Polizei konnte die Situation schließlich beenden und die sichtlich geschockte Frau aus ihrer misslichen Lage befreien. Die Beamten nahmen den Vorfall noch vor Ort genauestens auf. Der 51-jährige Taxifahrer, ein Staatsangehöriger aus Nordmazedonien, blickt nun einem Strafverfahren entgegen. Er wurde wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
Sicherheit im Fokus
Die Betroffene zeigt sich auch Tage nach dem Vorfall tief erschüttert und berichtet von massiver Panik während des Vorfalls. Der Fall wirft nun ein Schlaglicht auf die Sicherheitsstandards im Wiener Personenbeförderungsgewerbe und sorgt für eine breite Debatte darüber, wie sicher sich Frauen in Taxis fühlen können.
Der Vorfall am Alsergrund zeigt drastisch, wie ein banaler Konflikt um Zahlungsmittel durch das unprofessionelle und aggressive Verhalten eines Dienstleisters völlig eskalieren kann. Das Einsperren von Fahrgästen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die das Vertrauen in die gesamte Branche nachhaltig schädigt.
Quelle „heute.at“
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