Wien wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zum Schauplatz einer kriminellen Eskalation. Innerhalb von nur sechzig Minuten soll ein 17-jähriger Jugendlicher zwei Männer mit einer Waffe bedroht und beraubt haben. Die Wiener Polizei konnte den Tatverdächtigen nach einer intensiven Fahndung im Bezirk Meidling stellen.
Erster Überfall am Europaplatz
Die Serie begann gegen 1 Uhr morgens am Europaplatz. Ein 24-jähriger Mann befand sich gerade auf dem Heimweg, als er plötzlich von dem Tatverdächtigen abgepasst wurde. Der mutmaßliche Täter, ein 17-jähriger russischer Staatsbürger, zückte laut Polizeibericht ein Messer und forderte die Herausgabe von Wertgegenständen. Mit der erbeuteten Geldbörse gelang dem Jugendlichen zunächst die Flucht in die Dunkelheit.
Zweiter Coup am Mariahilfer Gürtel
Während die alarmierten Beamten noch die Einvernahme des ersten Opfers durchführten und die Spurensicherung am Europaplatz lief, ging bereits der nächste Notruf ein. Nur kurze Zeit später und unweit des ersten Tatortes wurde ein 43-jähriger Mann im Bereich des Mariahilfer Gürtels attackiert. Das Vorgehen glich dem ersten Vorfall: Unter Vorhalt eines Messers wurde das Opfer zur Herausgabe seines Hab und Guts gezwungen. Auch hier konnte der Angreifer vorerst entkommen.
Festnahme in der Hadikgasse
Die Wiener Polizei reagierte mit einer sofort eingeleiteten Fahndung im Nahbereich. Beamte des Stadtpolizeikommandos Meidling bewiesen dabei ein scharfes Auge. Rund eine Stunde nach dem ersten Überfall entdeckten sie in der Hadikgasse eine Person, auf welche die detaillierte Beschreibung exakt passte. Bei der anschließenden Durchsuchung des 17-Jährigen fanden die Polizisten sowohl das mutmaßliche Tatmesser als auch das Raubgut der vorangegangenen Taten.
Ermittlungen durch Gruppe Schalek
Die weiteren Ermittlungen wurden umgehend vom Landeskriminalamt Wien, Außenstelle West, unter der Leitung der Gruppe Schalek übernommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der Jugendliche in eine Justizanstalt überstellt. Die Ermittler prüfen derzeit, ob der junge Mann für weitere ähnliche Delikte im Stadtgebiet verantwortlich sein könnte.
Dank der schnellen Reaktionszeit der Wiener Einsatzkräfte und einer präzisen Täterbeschreibung konnte eine gefährliche Raubserie im Keim erstickt werden. Der Fall zeigt die Effektivität der vernetzten Sektorstreifen in der Bundeshauptstadt, die den Täter bereits kurz nach dem zweiten Überfall dingfest machen konnten.
Quelle“heute.at“
Wien wacht auf, während die Justiz übernimmt.